Dienstag, 21. März 2017

Nur ein Traum

Hab heute in den frühen Morgenstunden geträumt mein Mann sei gestorben, schrecklich intensiv war das Erleben in der Traumwelt.

Ein zweiter Traum schenkte mir Momente mit meiner Mom. Wir saßen in einem Auto im Freien am Meer und vom Meer her kamen riesige Wellen auf uns zu und überspülten immer und immer wieder das Auto in dem wir saßen. Zunächst hatten wir keine Angst, ein bisschen Sorge, aber keine Angst und irgendwann war aber klar, dass wir da raus mussten. Im Auto waren wir uns ganz nah, ich konnte sie spüren und das war beim Aufwachen ein schönes Gefühl.

Beim Nachdenken über diese beiden zusammengeknüpften Träume, der Übergang war fließend in der Nacht von einem Traum zum anderen, kam mir der Gedanke, dass als mein Großvater mit 59 Jahren tot zwischen Bad und Wohnzimmer lag, meine Oma 56 Jahre alt war, und wie wichtig in den Jahren danach meine Mama für sie war, das alles inkl. der Pflege für den damals 85 jährigen Uropa, zu bewältigen.

Als mein Papa mit 56 starb, war meine Mama 47 Jahre alt. So alt wie ich jetzt, jedesmal wenn ich mir das klar mache, zittere ich innerlich. Mein Gatte ist 59 und eine klitzekleine abergläubische Stimme in mir hat seit Jahren eine absurde Angst vor diesen unzusammenhängenden Zusammenhängen.

Zum Zeitpunkt, als mein Vater durch das diagnostizierte Glioblastom in einem Rutsch innerhalb von 9 Monaten vom Seniorenmeister des örtlichen Radrennvereins zum aphasischen Invaliden wurde, wohnte meine Oma hier im Haus in der Wohnung, in der wir jetzt leben und war meiner Mutter emotional eine große Stütze. Als meine Oma 1,5 Jahre nach meinem Vater starb und unsere Kernfamilie auf mich und meine Mom schrumpfte, sagte sie damals, dass ihr auf eine sehr seltsame Art meine Oma mehr fehle, als Papa. Ich kann das nachvollziehen. Der Traum heute Nacht hielt mir vor Augen, dass wenn das Schicksal hier sozusagen einen roten Faden spönnte, ich diesen Rückhalt nicht haben würde. Ich wäre wirklich völlig und ganz auf mich alleine gestellt. Eine Horrorvorstellung. My biggest fear.

Vor rund 6 Jahren hatte ich durch hormonelle Veränderungen, meinen Rauchentzug kombiniert mit exzessivem Kaffeetrinken und unterirdischen Situationen mit meinem damaligen Chef, 4 Monate massive Schlafstörungen und Angst- und Panikattacken. Das Zentrum der Panikattacken war, dass ich entweder auf der Stelle selbst schwer krank werde und daran sterbe, alternative Angst war, dass meine Lieben - also meine Mom und mein Gatte sterben werden und ich dann alleine hier in dem großen grünen Haus stehen werde.

Das Reale in diesen Gedanken war unbeschreiblich.

Aber heute Nacht, das war nur ein Traum. Eine Hälfte sehr schlimm, die andere Hälfte tröstlich.


Sonntag, 19. März 2017

So

Boah, ich bin so absolut stolz auf mich. Ich sitze in einer blitzenden Wohnung. Insbesondere auf die Tatsache, dass ich die Balkonfenster geputzt hab, feiere ich mich seit gestern ab.

*

Der Samstagabend nahm eine interessante Wendung. Eingeladen waren der Gatte und ich auf dem Geburtstag eines Freundes, später im Verlauf beim Abendessen ließ seine Gattin, meine Freundin N. raus, dass sich die kleine Brandwunde am Bein schmerzhaft vereitert habe, zeigte das Bein her und der Beschluss war klar, dass sie das schleunigst einem Arzt zeigen sollte.

Das Geburtstagskind konnte aus Gründen nicht selbst fahren, sie selbst war nicht genügend nüchtern, also gab es einen Beschluss, nämlich wir fahren sie in die Landeshauptstadt zum Bereitschaftsdienst und gucken mal, wieviel Betrieb da ist.
Als wir ankamen, war gut was los, also fuhr ich meinen Gatten nach Hause, 20 Kilometer wieder zurück zum Klinikum, wartete dort gut nochmal 45 Minuten, konnte mich aufgrund der guten Auswahl an Klatsch und Tratsch Heften auf den neuesten Stand bringen (seit meiner Mutter nicht mehr lebt, bin ich da völlig unterversorgt merkte ich) und interessante Beobachtungen bei den Mitwartenden anstellen.

Meine Freundin war in den Tiefen der Behandlungsräume verschollen, dank WA konnten wir aber Kontakt halten, so dass ich sicher sein konnte, dass sie noch da ist.
Das Bein ist jetzt gut versorgt, hat einen imposanten Verband und man kann beruhigt sein, dass eine Amputation abgewendet werden konnte.

Fun fact für mich auf dem Heimweg, nachdem ich sie zuhause abgeliefert hatte, war, dass der hiesige Lokalsender die besten Hits der 70er und 80er Jahre spielte und ich bei jedem Song auf dem halbstündigen Rückweg laut - sehr laut - mitsingen konnte. Am Schönsten war Boat on the River von Boney M.  - zumal mir dabei mal wieder einfiel, dass ich als kleines Mädchen quasi mal Nachbarin der Gruppe war.

Frank Farian ist ja ursprünglich aus dem Hunsrück, lebte aber zur "Hochzeit" von Boney M. im Saarland und hatte die 4 Sänger in einer Wohnung im Hochhaus der Gemeinde einquartiert, in der ich damals mit meiner Familie lebte. 5 Minuten von meinem Zuhause - spießig und tröge - lebte damals eine WG mit 4 Schwarzen - man kann sich ein bisschen ausmalen, was das an Gespräch hergab.

*

Nachdem die Wohnung - insbesondere die Küche jetzt so schön sauber ist, werde ich heute NICHTs tun, um das zu verändern, das heißt gegessen wird möglichst wo anders.. ich möchte den Gatten dazu bringen, dass wir erneut in die Landeshauptstadt fahren und dort im "Kultur-Kino" was anschauen. Dabei werde ich schon wieder Pech haben, denn Trainspotting läuft erst morgen wieder. Es ist zum Mäusemelken, ich sehe es kommen, dass ich es nicht schafffen werde ihn im Kino zu sehen.

Samstag, 18. März 2017

Frühling - bäh

Es ist Samstag Morgen und ich kämpfe mit dem neuen Tablet. Insbesondere mit den Lesezeichen und der kleinen winzigen QWERTZ-Tastatur, die ich dazu gekauft hab.

Draußen regnet es wie blöd, nichts mehr übrig vom tollen Frühlingswetter. Ich muss gestehen, dass ich das Wetter nur als Zuschauer genoss. Jeden Abend - sobald ich meine Couch auch nur ahnte nach der Arbeit lag ich auch schon auf ihr und versank in einen mindestens zweistündigen komatösen Schlaf. Um spätestens 22 Uhr lag ich erneut im Bett, um zu schlafen. So fies kann ich kaum zu mir selbst sein, um dagegen anzugehen.

Bedauerlicherweise hab ich am Donnerstag nicht schnell genug die Brille ausgezogen und hab in der Küche stehend das ganze Elend des Winterschmuddels auf Fenster und Oberfläche gesehen. Widerlich. Ich drehte mich aber schnell weg, um ins Wohnzimmer und auf die Couch abzutauchen. Zog mir die Decke über den Kopf und blendete das Elend aus.

Auch der Gang von der Garage durch den Garten offenbart ausschließlich Elend und ätzende Aufräumarbeit. Der Lavendel muss geschnitten werden, die Beete gesäubert und der Hof mal wenigstens gekehrt. Am Vorgarten komme ich als Fußgänger nur selten vorbei, aber mir deucht, dass in der Ecke zum Nachbargelände ein bisschen Müll vom letzten Sturm sich zur letzten Ruhe gebettet hat. Das war leider der Tag, als die Gelben Säcke darauf warteten eingesammelt zu werden, so dass quer durch die Nachbarschaft ein jeder des anderen Müll aufsammelte als der Sturm sich verzog.


Dienstag, 14. März 2017

Yeah yeah yeah

Innerhalb von exakt 29 Minuten - von der Einfahrt ins Parkhaus bis zum Bezahlen des Tickets - habe ich heute den Weihnachtsurlaub* klar gemacht. 9 Unterhosen für mich gekauft, im DM Markt Q-Tips und Haarspülung erworben - und sonst NICHTS.

Ich kann auch konzentriert und effizient.

*14 Tage Fuerteventura, yeah yeah yeah

Das Imposante daran ist auch eigentlich die Geschwindigkeit, in der der Gatte zugestimmt hat im Voraus mit  9 monatiger Wartezeit eine Reise zu buchen... jetzt wird er alt :-)

Montag, 13. März 2017

Schengen-Raum

Die Tatsache, dass wir uns hier in der Region ohne ein Wimperzucken in einer absoluten Selbstverständlichkeit über die Ländergrenzen hin und her bewegen können, macht mich immer wieder sprachlos. Es ist für mich unvorstellbar, dass es irgendwann wieder anders sein soll, wenn man so manchen politischen Strömungen inhaltlich zu folgen.


Sonntag, 12. März 2017

Ich komm klar

Jobtechnisch werfen interessante bis beängstigende Dinge ihre Schatten voraus. Aktuell umtreibt mich die spannende Frage, ob ich ob der seit 6 Monaten geleisteten Mehrarbeit inkl. Mehrverantwortung und der Perspektive auf Dauer, jetzt einmal högschdoffiziell mich bemerkbar mache. Da kommt so ein seltsames Gespräch mit mir selbst auf. Die Mehrarbeit und Mehrverantwortung ist aufgrund einer Krankenvertretung und das was jetzt noch dazu kommen wird ist tatsächlich auf Dauer. Das muss ich versuchen argumentativ zu trennen, denn schnell steh ich im Verdacht, am Stuhl der erkrankten Kollegin zu sägen. Ein Dilemma. Dann kommt auch so ein verrücktes Stimmchen, was mir sagt - und es ist etwas in mir, dass dem Stimmchen die größte Relevanz zugesteht - mach so weiter, denn momentan hab ich trotz der Mehrbelastung eine relativ hohe Narrenfreiheit. Verlange ich mehr Geld begebe ich mich in eine (bei uns kultivierte) größere Abhängigkeit. Und da ich die Entwicklungen auf der politischen Ebene momentan wirklich immer nur 2nd Hand oder zeitverzögert mit bekomme, bleibt ein großer Teil in mir vorsichtig abwartend.

Im Moment komm ich klar. Weiß aber eben auch nicht, wie lange es rein taktisch klug ist, still zu halten. Schwierig.

Freitag, 10. März 2017

Für heute ist es mal gut

Heute war nach rund 5,5 Stunden Schluss mit meiner Motivation.

Seit gestern ist klar, ich bekomme noch einen Bereich hinzu. Wachsende Personalverantwortung inkl. Ausbau gratis dazu. Zu den selben Bedingungen wie die ganze Zeit für mich. Viel Ehr, Anerkennung gibt es, aber mehr auch nicht.

Morgen ist Samstag und da geh ich freiwillig in mein Büro, da hab ich morgen wenigstens mal Ruhe, ohne dass alle 5 Minuten jemand kommt und was will. Da versuch ich mich mal zu sortieren, das war die ganze Woche über nicht möglich.

Ansonsten hab ich mir heute im Keisstädtchen das erste Eis für aufe Hand im Freien gekauft für die Saison. 10 Minuten in der Sonne sitzen, Eis schlotzen... genial.

Jetzt guck ich noch ein bisschen Frauenknast und dann ist für heute gut.